Was kommt nach dem Filtern der Informationsflut?

Wir alle sind uns einig. Wenn wir wollen (und wir wollen) leben und arbeiten wir mitten in einer Informationsflut. In den letzten Monaten wurde viel darüber diskutiert, mit welchen Methoden, Tools und Prozessen man diese Flut für sich individuell selektieren und rezipieren kann. Hier gibt es aus meiner Sicht bereits tolle Anwendungen wie z.B. Flipboard.

Das meines Erachtens nach größere Problem stellt die dauerhafte Verwaltung und Nutzung des Contents dar. Newsfeeds bei Twitter, Facebook & Co. sind extrem kurzlebig. Man kann hier zwar einzelne Beiträge favorisieren und somit markieren - aber eine echte, sinnhafte Archivierung geht anders. Wo sind hier die Ideen und Tools, die über das jahrzehnte-alte Bookmark-Denken hinausgehen? Wenn ich mich selbst mit meinem Delicious-Account beobachte wird das Dilemma sichtbar. Man entdeckt eine tolle Studie, ein tolles Produkt, einen interessanten Blog oder ein schickes Hotel für den nächsten Berlin-Trip. Ein Ablegen als Bookmark, Favorit per Browser oder getaggten Delicoius-Eintrag ist schnell erledigt. Und dann? Im Moment missbrauche ich mein geliebtes Instapaper als Trendbox, fülle meinen Account mit aktuellen und relevanten Links. Der nächste Versuch mit dem neuen Web-Clipper von Evernote steht vor der Tür.

Ich denke das hier die nächste Herausforderung im Bereich des Informationsmanagements liegt. Wir haben die Flut erkannt und wollen Sie und wir fangen an, sinnvoll zu aggregieren, zu selektieren und zu rezipieren. Aber es fehlt der Prozess der Informations- und Wissensverwaltung. Die zentrale Aufgabe besteht darin, das grenzenlose Maß an Informationen so zu managen, das wir jederzeit bedürfnisorientiert darauf zugreifen können. Tags alleine reichen dazu nicht aus.