Architecture (Wurde mit instagram aufgenommen)
Wir alle sind uns einig. Wenn wir wollen (und wir wollen) leben und arbeiten wir mitten in einer Informationsflut. In den letzten Monaten wurde viel darüber diskutiert, mit welchen Methoden, Tools und Prozessen man diese Flut für sich individuell selektieren und rezipieren kann. Hier gibt es aus meiner Sicht bereits tolle Anwendungen wie z.B. Flipboard.
Das meines Erachtens nach größere Problem stellt die dauerhafte Verwaltung und Nutzung des Contents dar. Newsfeeds bei Twitter, Facebook & Co. sind extrem kurzlebig. Man kann hier zwar einzelne Beiträge favorisieren und somit markieren - aber eine echte, sinnhafte Archivierung geht anders. Wo sind hier die Ideen und Tools, die über das jahrzehnte-alte Bookmark-Denken hinausgehen? Wenn ich mich selbst mit meinem Delicious-Account beobachte wird das Dilemma sichtbar. Man entdeckt eine tolle Studie, ein tolles Produkt, einen interessanten Blog oder ein schickes Hotel für den nächsten Berlin-Trip. Ein Ablegen als Bookmark, Favorit per Browser oder getaggten Delicoius-Eintrag ist schnell erledigt. Und dann? Im Moment missbrauche ich mein geliebtes Instapaper als Trendbox, fülle meinen Account mit aktuellen und relevanten Links. Der nächste Versuch mit dem neuen Web-Clipper von Evernote steht vor der Tür.
Ich denke das hier die nächste Herausforderung im Bereich des Informationsmanagements liegt. Wir haben die Flut erkannt und wollen Sie und wir fangen an, sinnvoll zu aggregieren, zu selektieren und zu rezipieren. Aber es fehlt der Prozess der Informations- und Wissensverwaltung. Die zentrale Aufgabe besteht darin, das grenzenlose Maß an Informationen so zu managen, das wir jederzeit bedürfnisorientiert darauf zugreifen können. Tags alleine reichen dazu nicht aus.
Werbung ist, wenn aus Wasser evian wird :-) (Taken with Instagram at La Maison du Pain)
In letzter Zeit stelle ich immer öfter fest, das es bzgl. der Neunetwicklung von Hard- und Software zwei divergente Diskussionsstränge gibt. Es gibt die immer noch sehr stark faktengetriebene Welt der Features und Paramenter. Da geht es um Pixelauflösungen von Kameras, Speicherplatz von Tablets, Schnittstellen zu allem Möglichen, HD, Full-HD oder 3D. Es ist eine werbliche und nerdige Betrachtung der Dinge. Sehr offensichtlich wurde das an der gestrigen Vorstellung des Apple iPhone 4S und der durchs Netz rollenden Kritik der fehlenden Innovation. Warum kein größeres Display? Warum nicht flacher? Im übrigen gab es diese Welle der Enttäuschung bereits bei der Vorstellung des iPad. Wenn man sich den Tablet-Markt heute ansieht fragt keiner mehr nach fehlenden USB-Schnittstellen.
Noch viel zu wenig findet eine Dikussion darüber statt, welchen Mehrwert Produkte und Software tatsächlich für eine sich rasant verändernde Gesellschaft bringen. Und hier spielen Features und technische Parameter aus meiner Sicht keine Rolle. Es werden maximal kurzfristige Hypes erzeugt, aber keine langfristigen Effekte. Bleiben wir beim Beispiel iPhone 4S. Die Nerds sind enttäuscht, weil es keine super Features gibt. Ich denke, das eine exzellent funktionierende Sprachsteuerung ein wahnsinniger Beschleuniger werden kann, denn das Mensch-Maschine-Interface ist eine andauernde Innovation und der Weg wird ganz sicher in Richtung Voice & Touch gehen.
Innovationen sind Produkte und Software, die unser Leben nachhaltig so verändern, das es für uns eine Erleichterung und Optimierung darstellt. Hardware und Software dürfen gar nicht auffallen, sie müssen sich in den Alltag integrieren und mit uns agieren. Dann ist es nachhaltig.
Eins Vorweg: Ich bin kein Apple-Jünger. Aber durch den Rückzug von Steve Jobs habe ich letzte Woche viel vom ihm gelesen und viele wirklich beeindruckende Reden auf YouTube gesehen. Ein Satz hat mich gefesselt: Keep looking, don’t settle. (hier)
Die Botschaft darin ist für mich auch: Ständige Weiterentwicklung - als Mensch und somit auch als Brainworker. Dieses Zitat hat mir geholfen, einen krtischen Moment in einem Projekt zu akzeptieren und mich daran weiterzuentwickeln. Ich bleibe weiter auf der Suche nach neuen, sinnvollen Lösungen. Das ist nicht immer bequem, aber gut so.
Nach einer schlaflosen Nacht ist das aber eine gute Erkenntnis. Keep looking.
Keep looking, don’t settle.
Steve Job in one of his best speeches ever here http://www.youtube.com/watch?v=D1R-jKKp3NA