Mein tumblr endet hier

Liebe Follower und Leser meines Blogs,

aufgrund einer System-Umstellung werde ich meinen Blog in Zukunft unter www.sascha-eschmann.de ohne tumblr weiterführen. Ich würde mich freuen auch dort gelesen zu werden ;-)

Sascha

Kleiner Rundgang im Wiesbadener Heimathafen. Neben meiner tollen Co-Working-Heimat jetzt auch eine kulinarische Heimat mit dem neu eröffneten Café. Die perfekte Kombination aus Wohlfühl- und Kreativatmosphäre. Nie war ich effizienter!

Als ich 5 Jahre alt war, hat meine Mutter mir immer gesagt, dass Glück der Schlüssel zum Leben ist. Als ich zur Schule ging, fragten sie mich was ich werden will wenn ich groß bin.

Ich schrieb ‘glücklich’.

Sie sagten mir, dass ich die Aufgabe nicht verstanden habe, aber ich sagte ihnen, dass sie das Leben nicht verstanden haben.

John Lennon

Der Gatekeeper ist tot - oder warum wir eigentlich kein Geld für Online-Zeitungen ausgeben wollen

Wir leben in einer Zeit des radikalen Umbruchs der Mediennutzung. Was im Moment auffällig ist sind die Versuche der klassischen Medien und Print-Geschäftsmodelle, uns “Onliner” und die genutzten Plattformen zu verteufeln. Man wird ja jetzt per Facebook vergewaltigt! Vielleicht die interessanteste Diskussion ist aber aktuell die Debatte über die Zukunft der Redaktionen und Verlage durch das Wegbrechen der Zeitungsleser. Und auch da hat der Analog-Lobbyismus schnell eine Antwort: Die böse Internet-Generation will ja für Content im Netz nichts bezahlen.

Falsch!

Ist es nicht eher so, das wir nicht mehr dafür bezahlen wollen, wie Journalismus seit 200 Jahren funktioniert? Ist es nicht so, das die Nutzer, die online nicht für Journalismus zahlen wollen, auch keine Tages-Zeitungen mehr bezahlen wollen?

Die Selbstdefinition von Journalismus ist die Platzierung eines Gatekeepers. Ein Mensch entscheidet darüber, welche Nachricht am nächsten Tag welche Priorität hat und betreibt das gute alte Agenda Setting. Dieses Modell ist tot und der Gatekeeper auch!

Was heisst das jetzt?

Ganz einfach: Ein Geschäftsmodell muss auf Services und Funktionen basieren, denn der Content ist schon da. Ich zahle für einen Service. der mir diese Flut an Content aufbereitet, individualisiert und aggregiert. Big Data anstatt Gatekeeping. Zu glauben, das langfristig alle Abonnenten einer Tageszeitung automatisch auch online zahlen um dann festzustellen, das die Artikel teilweise 1:1 aus dpa-Meldungen übernommen sind - das ist naiv und hat das Internet nicht verstanden.

Weg mit dem Gatekeeper, er hat ausgedient in einer Wissensgesellschaft. Her mit intelligenten Services. Dann zahle ich - und zwar gerne.

30 Tage vegane Lebensweise

Nach fast 20 Jahren vegetarischer Ernährung und einigen Heilfasten-Phasen hatte ich mich im März diesen Jahres an die 30-Tage-Challenge aus dem Buch “Vegan for fit” (Amazon-Link) gewagt.

Eins vorweg: Die mentale Erfahrung noch bewusster (und meist gesünder) zu essen ist ähnlich wie bei Fastenkuren sehr intensiv und nachhaltig.

Auf der anderen Seite ist abseits vom privaten Einkaufen und Kochen der organisatorische Alltag voller Hürder. Kuchen bei der Schwiegermutter, der schnelle Milchcafé an der Autobahnraststätte oder ein geschäftliches Essen am Abend - darauf müsste ich verzichten oder sehr ausgewählt vorgehen. Will ich aber nicht. Mein Ziel war es nie, radikal bekehrender Veganer zu werden, sondern meinem Körper gutes zu tun.

Aus diesem Grund fällt die Bilanz nach 30 Tagen so aus, das ich vegan esse wo es geht und kein negativen Einfluss auf meine persönliche Lebensqualität entsteht. Wenn es nicht  passt oder ich Lust auf einen Latte Macchiato mit Kuhmilch habe, dann trinke ich den. Unterm Strich habe ich meine Ernährung noch weiter intensiviert, beschäftige mich noch mehr mit den Lebensmitteln und habe meinen Körper erneut besser kennengelernt.

Genau diese Erfahrung lege ich jedem ans Herz. Kauft euch dieses (oder ein anderes) Buch und kocht ab und zu vegan. Iht tut euch etwas sehr gutes, und auch unserer Umwelt.

Internet of Things oder Gefängnis Browser

Noch immer glaube ich daran, das der idealistische Nutzen des Internets darin liegt, die Gesellschaft zu verbessern und in ein neues Zeitalter zu begleiten. Im aktuellen Zeitalter der Webspecials und Bannerkampagnen wird das oft belächelt, ich lasse es mir aber nicht nehmen ;-)

Ein schier grenzenloses Potential des Internets (Grafik oben) besteht darin, das sich “Dinge” miteinander vernetzen, Daten erfassen, auswerten und semantisch nutzen können. Gestern abend durfte ich zum Thema “Internet of Things” einen Vortrag halten. Die Kernbotschaft aus meiner Sicht ist es, den Tellerrand des Browsers (der kann nämlich nicht wirklich viel) zu verlassen und das Potential des Internets zu erkennen. Meines Erachtens nach liegt dort ein sehr großes Innovationspotential (noch) im Dornröschenschlaf. Es werden neue Produkte, erweitere Produkte, Services und Geschäftsprozesse entstehen. Noch markenlastige Dinge wie das lernende Thermostat nest oder das Nike Fuel Band sind erst der Anfang. Die Auswirkung im Bereich der Energie, Gesundheit, Mobilität und Lebensraum wird schon in den nächsten 3-5 Jahren deutlich zu sehen sein.

Telekom-Drücker im Call-Center?

Eins vorweg, ich bin kein notorischer Telekom-Basher, sondern eigentlich ganz zufriedener Kunde. Das sag ich auch jedem.

Aber.

Was ich heute abend erlebt hatte ist so grenzwertig assozial, wie es einem Konzern wie der Telekom nicht würdig ist. Oder die Verzweiflung und Panik ist so groß, wie man es sich nicht vorstellen kann.

Was ist passiert?

Gegen 18.55 Uhr klingelte mein Handy, zeigte eine 0800-Nummer und am Telefon war ein Hotline-Mitarbeiter, offiziell in Mission der Deutschen Telekom. Das erste Problem war, das der gute Mann ganz offensichtlich im Auto unterwegs war und mobil anrief. Das zweite Problem war, das er 3 Minuten derart schnell mit mir sprach und mir ein Angebot machen wollte, das ich doch sicher nicht ablehnen könne.

Als ich bat, mir einige Fragen zu beantworten, erwähnte er, eine neue SIM-Karte sei schon unterwegs und ich könne ja jederzeit wiederrufen.

In seinem VHS-geschulten Callcenter-Slang erläuterte er mich nochmal, das ich das doch nicht ablehnen könne. Ich finge wieder an Rückfragen zu stellen. Und dann wurde er patzig, beschimpfte mich, das hätte ich doch früher fragen können usw.

Ich wollte ihm dann erklären, das er mir ja etwas verkaufen will. Daraufhin sagte er wörtlich “Ist ja gut” und beendete das Gespräch.

Liebe @telekom_hilft: Mir ist völlig klar, das es solche und solche Mitarbeiter gibt. Was ihr aber über euer Call-Center treibt ist unwürdig und peinlich. Der Verkaufsdruck scheint so hoch zu sein, das Mitarbeiter gezielt versuchen, die Leute abends um 20.00 Uhr über den Tisch zu ziehen.

Aus meiner Sicht ist das bewusste Irreführung und fast schon Nötigung. Ich werde rechtlich gegen die Mitarbeiter vorgehen. Wenn das nichts hilft solltez ihr einsehen, das das unfassbar betrügersiche Vorgehensweisen sind.

Bin gespannt auf die Stellungnahme, werde hier nicht locker lassen. Dieser Drücker hat aus einem zufriedenen Kunden in 3 Minuten einen extrem verägerten Kunden gemacht. Glückwunsch!

Eine Kündigung

Liebe Commerzbank,

nein, ich melde mich nicht, weil ich ein Beratungstermin in “meiner” Filiale vereinbaren will. Vor 15 Jahren wurde ich Kunde der Advance Bank - schon damals ein bewusste Entscheidung für eine Online-Bank. Nach der Übernahme der damals noch exitsierenden Dresdner Bank war ich dann ungewollt Kunde der Dresdner Bank und jetzt bin ich Kunde der Commerzbank. Ich habe mich dafür nie bewusst entschieden. Und du hast mich nie Willkommen. Der einzige “Service” den du als “Bank an meiner Seite” leistest sind ständige Anrufe drittklassiger Call-Center-Mädels, die mich zu einem Beratungstermin in die nächste Filiale bringen wollen. Ich will nicht und äußere das - was nichts verändert.

Ich möchte ein anständiges Online-Banking, gute Konditionen und eine Bank, die sich ändern will. Ach ja, und endlich diesen komischen neuen Tan-Generatoren, den deine Konkurrenz schon seit Jahren einsetzt. Danke für die neue TAN-Liste.

Das möchte ich mit dir diskutieren - online. Aber wo bist du? Wo führst du Dialog, ich hab nichts gefunden. Nicht an meiner Seite! Jetzt denkst du, ach, das ist so ein neuer Digital Native, der unseren Produkten misstraut und Nachrichten über Facebook schreibt? Richtig, Volltreffer.

Ihr habt keine Ahnung, wie ihr mit Kunden wie mir umgehen müsst, keine Strategie und keine guten Produkte. Daran ändern auch dämliche Werbespots und lustige Kampagnen nichts. Es wird immer mehr Leuten so gehen wie mir, das werdet ihr noch merken. Mich habt ihr nach 15 Jahren als Kunden verloren.

Was Co-Working mit einem Kindergarten zu tun hat …

Die meisten haben es mitbekommen, seit August 2012 habe ich mein Büro im heimathafen, einem Wiesbadener Co-Workingspace. Der heimathafen ist geprägt vom Grundgedanken des Social Business, es soll nicht immer um Geld gehen, sondern um (Mehr-)Werte.

Ja, das gibt es.

Ich teile meinen Raum mit den Kollegen des neu gegründeten Designstudios immerwiederdesign. Und da die Chemie zwischen uns mehr als stimmt haben die drei Designer für die Kindergruppe omnibus e.V. kostenlos ein Logo und einen kleinen Styleguide erstellt. Für den omnibus e.V. bin ich seit einigen Jahren ehrenamtlich tätig.

Und es ist deshalb einen Blogbeitrag wert, weil es alles andere als selbstverständlich ist. Wir haben alle viel zu tun und Projekte ohne Ende. Für einen gemeinnützig geführten Kindergarten ist es eine Leistung, die “am Markt” bei einer kleinen Agentur schnell 2.000 - 3.000 € kostet - was nicht finanzierbar wäre. Und im Jahr 2013 wird auch ein Kindergarten Kommunikation benötigen, z.B. bei der Suche nach neuen Kinder, bei der Suche nach Fachpersonal und beim Fundraising. Der Mehrwert ist riesig.

Deshalb Vielen Dank an Miriam, Norbert und Jannis.

Mache ich Strategie und wenn ja, wie?

Die letzten beiden Jahre als freiberuflicher Berater waren geprägt von der Unterschiedlichkeit der einzelnen Projekte und der damit zusammenhängenden Frage nach der eigenen Fokussierung. Nach über 10 Jahren in Agenturen waren für mich zwei Dinge schnell klar:

  • Eine zeitgleiche und exzellente Entwicklung von Strategien und die Umsetzung von Maßnahmen unter einem Dach ist kaum möglich. Hier halte ich es mit den Kollegen der Strategieagentur different: “Will man die beste Strategie anbieten, darf man an der Umsetzung nichts verdienen” (www.different.de)
  • An der Umsetzung von Projekten, die nicht auf strategischen Erkenntnissen basiert, möchte ich nicht (mehr) arbeiten

Mit dieser Entscheidung fühle ich mich sehr wohl. Aber es schließt sich die Frage an, was Strategie genau ist, v.a. wo sie beginnt und wo sie aufhört. Eins vorweg: Es gibt keine einheitliche Definition und damit auch keine eindeutige Leistungsbeschreibung oder Vorgehensweise. Wenn eine Designagentur von Strategie spricht und Ihren Kunden anbietet ist ganz sicher etwas anderes gemeint als wenn eine Unternehmensberatung das tut. Ich will damit nicht sagen, das das eine richtig und das andere falsch ist. Es ist aber nicht allumfassend.

Im Bereich der digitalen Kommunikation muss der Begriff sehr abstrakt verwendet werden, da sich mittlerweile sehr viele Einzeldisziplinen subsummiert haben, die freilich alle auch strategisch berachtet werden können. Eine inflationäre Verwendung des Begriffes macht es aber nicht besser.

Die aktuell beste weil einfachste und klarste Definition liefert die Strategieberatung Undercurrent hier.

Über diese Definition hinaus ist für mich noch sehr offensichtlich, das Strategie auch eine Schnittstellenfunktion zwischen den Disziplinen wahrnehmen muss. Wir müssen Strategie auch zum Leben erwecken, dazu gehören Schnittstellen zu Konzeption, Design oder Produktmanagement. Nur wenn das gelingt ist es eine nützliche und gute Strategie. Ich will Dinge verändern und Probleme lösen und keine unnützen Dokumente produzieren, die in Vorstands-Schubladen verschwinden.